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Ernährungsempfehlung / Ernährungsumstellung

Dr. Daniela Url

Ernährung spielt im Rahmen einer Krebserkrankung für die Betroffenen eine oft große Rolle. In den Medien und im Internet gibt es zahlreiche Informationen über verschiedenste Krebsdiäten, die den Krebs scheinbar heilen können. Oft herrscht dadurch eine massive Verunsicherung bei den Betroffenen, da sie ja, soweit möglich, alles richtig machen wollen. Ernährung ist eine ganz private, individuelle Sache, die jeder für sich entscheiden muss, v.a. was für ihn gut und lebbar ist. Wichtig ist in jedem Fall eine gute Information über die verschiedensten Empfehlungen, sodass der Betroffene den für sich richtigen Weg mit einem guten Gefühl gehen und leben kann. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Getreide, Gemüse und Obst und wenig tierischen Eiweiß und wertvollen Fetten kann sich überaus positiv auf die Gesundheit und Gesundung auswirken.
Die gesunde Ernährung, die für jeden passt, gibt es meist nicht. So kann z.B. die Ernährung mit Vollkornprodukten für den einen ideal sein, der andere verträgt sie wieder überhaupt nicht, da sie für sein Verdauungssystem zu schwer verdaulich ist. Viele Patienten möchten aktiv zu ihrer Gesundung beitragen. Mit Hilfe der für den einzelnen gut verträglichen Ernährung kann jeder für sich einen guten Beitrag leisten. Man kennt einige krebsauslösende Risikofaktoren, die es heißt zu minimieren.
Übergewicht/ Überernährung
Zu viel ungesunde Fette, Zucker und tierisches Eiweiß Schadstoffe, wie Nitrosamine und Benzpyrene, wie sie beim übermäßigen Erhitzen von Speisen auftreten. Alkohol und Nikotin zählen zu den häufigsten Risikofaktoren für verschiedene Krebserkrankungen. Bei der Ernährung sollte v.a. auf die Qualität, bevorzugt Bioprodukte und eine schonende Zubereitungsform, am Besten selbst gekocht, geachtet werden. Man muss weiters unterscheiden, welche Bedürfnisse der einzelne Betroffene hat und wo er gerade in seiner Erkrankung, bzw. Therapie steht. Ist der Patient durch die Therapie, Nebenwirkung der Chemotherapie im Sinne von Appetitlosigkeit, Schleimhautläsionen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle beeinträchtigt? Gerade in diesen Fällen lässt sich durch eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten eine Erleichterung erzielen und das Wohlbefinden wieder steigern. Kommt es durch operative Veränderungen im Verdauungstrakt zu Einschränkungen der Verdauungsleistung? Gerade Patienten mit Tumorerkrankungen im Mund- und Rachenraum, mit Speiseröhren-, Magen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs müssen mit Einschränkungen rechnen. Liegt eher Übergewicht vor und möchte man im Sinne einer Ernährungsumstellung selbst einen Beitrag zu einem gesünderen Lebensstil leisten? Liegt im Rahmen einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung eine massive Abmagerung, Kachexie, vor?
Ernährung mit viel Getreide, Gemüse und Obst
Gemüse und Früchte sind fett- und kalorienarm und reich an Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Sekundäre Pflanzenstoffe sind chemisch unterschiedliche Stoffe, die in Pflanzen vorkommen und für die Pflanzen wichtige Funktionen erfüllen, in der Wachstumsregulation, zur Bewahrung von schädlichen äußeren Einflüssen. Sie geben den Pflanzen oft ihre leuchtenden Farben.
Einige Beispiele wären:
Carotinoide: Vorkommen in Karotten, Kürbis, Tomaten, Marillen, Broccoli, Blattsalaten
Phytoöstrogene: Nüssen, Samen, Sonnenblumenkernen, Sesamöl, kaltgepresste Pflanzenöle
Flavonoide: Beeren, Kirschen, Äpfel, Rotkraut, Zwiebel, Kartoffeln
Polyphenole, Phenolsäuren: Randschichten von Getreide, Nüssen, Grüntee