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Kalkschulter


Kalkschulter

Dr. med. univ. Robert Url

Kalkschulter
(Tendinosis calcarea)

Was ist eine Kalkschulter?
Die Kalkschulter entsteht durch Einlagerung von Kalk unter dem Schulterdach in den Sehnen der Rotatorenmanschette. Es kann prinzipiell jede Sehne der Rotatorenmanschette betroffen sein, am häufigsten trifft es jedoch die Sehne des Supraspinatusmuskels.
Wie kann eine Kalkschulter entstehen?
Wie es zu einer Kalkschulter kommt, ist bis heute noch nicht völlig geklärt. Besonders häufig sind Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr davon betroffen. Eine zu geringe Durchblutung der Rotatorenmanschette scheint die Einlagerung von Kalk in den Sehnenansätzen auszulösen.

Was sind die Symptome einer Kalkschulter?
Während manche Patienten vollkommen beschwerdefrei mit einer Kalkschulter durchs Leben gehen, leiden andere unter starken Schmerzen, die besonders stark in der Nacht auftreten. Ein Schlafen auf der betroffenen Schulterseite ist meist nicht möglich. Typisch sind auch plötzlich auftretende, starke Schmerzen bei Tätigkeiten wie Fensterputzen, bei denen über Kopfhöhe gearbeitet werden muss.

Verlauf der Kalkschulter:
Es kommt oft zu einem stadienhaften Verlauf, wobei die Erkrankung nicht alle Stadien durchlaufen muss.
Stadium 1: Die Sehnen werden schlecht durchblutet, im Sehnengewebe entstehen Faserknorpel.
Stadium 2: In das Knorpelgewebe wird Kalk eingelagert, wobei der Knorpel teilweise oder ganz durch Kalk ersetzt wird .Dadurch wird der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach zu eng und die Supraspinatussehne, sowie der Schleimbeutel (Bursa subacromialis) entzünden sich.
Stadium 3: In diesem Stadium werden die Kalkdepots wieder aufgelöst, was wiederum zu schmerzhaften Entzündungen führt.

Was kann man gegen eine Kalkschulter tun?
Im ersten Schritt versucht man mit Physiotherapie und schmerzstillenden, entzündungshemmenden Medikamenten den Schmerz zu reduzieren. Entzündungshemmende Medikamente können auch direkt unter das Schulterdach gespritzt werden (Infiltration). Diese Behandlung verursacht kaum Schmerzen und ist meist sehr wirkungsvoll. Sind diese Maßnahmen wirkungslos, muss das Kalkdepot durch eine Operation entfernt werden.

Wie verläuft die chirurgische Behandlung?
Bei einer Gelenksspiegelung (Schulterarthroskopie) wird zuerst der Sitz der Kalkeinlagerung lokalisiert. Danach wird die Sehne in Faserrichtung gespalten und das Kalkdepot freigelegt. Anschließend wird der sichtbare Kalk entfernt und der Raum unter dem Schulterdach erweitert. Vorteil der Arthroskopie bei diesem Eingriff: Im Gegensatz zur offenen Chirurgie ist es hier mit Hilfe der Arthroskopie möglich, weitere Schäden an der Schulter, die eventuell im Vorfeld durch das MR nicht erfasst wurden, in der selben chirurgischen Sitzung zu erkennen und zu beheben.

Was passiert nach der Operation?
Der Aufenthalt in der Klinik dauert durchschnittlich zwei bis drei Tage. Bereits am ersten Tag nach dem Eingriff muss der Arm vorsichtig und nur bis zur Schmerzgrenze bewegt werden, damit es zu keinen Verwachsungen und Verklebungen kommt.
Normale Büroarbeit können Sie in der Regel nach zwei bis drei Wochen wieder aufnehmen, schwere körperliche Arbeiten oder Überkopfarbeiten sind erst nach circa sechs Wochen wieder möglich.