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Rotatorenmanschettenruptur


Defekte und Risse an der Rotatorenmanschette

Dr. med. univ. Robert Url

Defekte und Risse der Rotatorenmanschette
(Rotatorenmanschettenruptur)

Was ist die Rotatorenmanschette?
Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Muskeln: Der Supraspinatusmuskel, der Infraspinatusmuskel, der Subscapularismuskel und der Teres minor Muskel. Die Sehnen dieser Muskeln umgeben den Oberarmkopf manschettenartig und halten ihn im Schultergelenk. Die Rotatorenmanschette sorgt dafür, dass wir den Arm heben und ihn nach innen und außen drehen können.

Wie äußert sich ein Riss der Rotatorenmanschette?
Je nachdem wie groß der Riss ist, wo er sich genau befindet oder wie lange er schon besteht, sind seine Begleiterscheinungen sehr unterschiedlich. Häufig spüren die Patienten Schmerzen direkt in der Schulter oder am Oberarm, die vor allem in der Nacht auftreten. Schwierigkeiten beim Anziehen einer Jacke sind typisch für einen Riss der Rotatorenmanschette, da für diesen Bewegungsablauf die gesamte Muskelgruppe arbeiten muss. Bei sehr großen Rissen kann es zu einer sogenannten „Pseudoparalyse“ (einer Art Lähmung) des Armes kommen. In diesem Fall kann der Arm kaum oder nur mehr sehr eingeschränkt bewegt werden.

Wie kann es zu Rissen der Rotatorenmanschette kommen?
Meist entstehen Risse der Rotatorenmanschette durch Abnützung. Etwa wenn die Sehnen und Muskeln im Laufe des Lebens schlichtweg Verschleißerscheinungen zeigen, oder wenn sie durch die Enge unter dem Schulterdach ausfasern. Natürlich kann auch ein Sturz auf den Arm oder auf die Schulter zu Rissen einer oder mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette führen.

Was kann man gegen einen Riss der Rotatorenmanschette tun?
Oft ist es möglich, den Riss durch eine gezielte Physiotherapie zu behandeln. Dadurch werden die Nachbarmuskeln gekräftigt. Ergänzend zur Physiotherapie kommen auch Medikamente zum Einsatz. Ziel dieser nichtoperativen Behandlung ist es, die Schmerzen wesentlich zu reduzieren und den Arm bzw. die Schulter wieder voll bewegen zu können. Ein Weg, der in vielen Fällen erfolgreich ist.

Wie sieht die chirurgische Behandlung aus?
Ist eine Operation bei einem Riss der Rotatorenmanschette notwendig, oder nicht? Das hängt von vielen Faktoren ab und muss individuell entschieden werden. Wenn es zu einer Operation kommt, dann erfolgt diese meistens durch eine Arthroskopie. Dabei führt der behandelnde Chirurg ein Arthroskop durch einen kleinen Hautschnitt in den Gelenkraum ein. Die gerissenen Sehnen werden mit Fadenankern am Oberarmkopf fixiert. Wenn sich die gerissene Sehne soweit zurückgezogen hat, dass sie nicht mehr am Oberarmkopf fixiert werden kann, müssen Muskeln und Sehnen transferiert werden. Dabei wird die defekte Sehne durch die Sehne eines anderen Muskels ersetzt, der Funktionsausfall der irreparablen Sehne kann kompensiert werden. Bei älteren Patienten oder wenn der Knorpel im Schultergelenk bereits stark geschädigt ist, macht es oft Sinn, eine sogenannte inverse Schulterprothese einzusetzen.

Animation zum Operationsverfahren SutureBridge

Animation zum Operationsverfahren SutureBridge

Was passiert nach der Operation?
Nach der Operation muss der Arm für vier bis sechs Wochen in einem Schulterverband ruhig gestellt werden. Bereits am zweiten Tag nach der Operation beginnt man mit physiotherapeutischen Übungen – zu Beginn passive Bewegungsübungen, deren Wirksamkeit durch Kühlung und Lymphdrainage unterstützt wird. Etwa sechs Wochen nach der Operation beginnt unter Anleitung des Physiotherapeuten die aktive Heilgymnastik.

Ab wann kann ich wieder arbeiten und Sport betreiben?
Wenn Sie einer leichten körperlichen Arbeit (Bürotätigkeit) nachgehen, können Sie bereits nach drei bis sechs Wochen wieder an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Sind Sie in Ihrem Beruf körperlich sehr gefordert, dauert es länger, bis Sie wieder voll einsatzfähig sind – in der Regel ungefähr drei bis vier Monate. Bereits nach sechs bis acht Wochen können Sie wieder Auto fahren, nach circa drei Monaten sind Sie wieder bereit für sportliche Aktivitäten.